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Bis heute sind die Stadtkirchen

stadtbildprägende Orientierungspunkte

Ev. Stadtkirche St. Marien

Um 1170 wurde die Dortmunder Marienkirche als dreischiffige Basilika mit Doppelturmfassade im Westen erbaut. Da eine derartige Bauweise von Pfalzkapellen andernorts, nicht aber in Westfalen dokumentiert ist, diente sie möglichweise den staufischen Kaisern als Pfalzkapelle. 1276 wird die Dortmunder Marienkirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Bis in das 14. Jahrhundert wird sie als „Cappella Regis“ (Königskapelle) bezeichnet. Im 13. Jahrhundert übernahm der Dortmunder Rat die Geschäfte des Königs für die Stadt. Die Marienkirche wurde zur Rats- und Gerichtskirche. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der gotische Chor und das südliche Seitenschiff, ebenfalls im gotischen Stil, neu errichtet. Im Norden und Süden ließen Dortmunder Kaufleute kleinere Chorflankenkapellen für sich und ihre Familien erbauen. Die südliche Kapelle wurde von der katholischen Adelsfamilie Berswordt genutzt. Als 1661 der Turm der Reinoldikirche einstürzte, beschädigte er auch die Marienkirche. Die Kirche verfiel zusehends und wurde zur Ruine. 1805 wurde der baufällige Nordturm abgetragen. 1883 sollte die Kirche schließlich als Steinbruch freigegeben werden. Der preußische Kronprinz, der spätere Friedrich Wilhelm IV., sowie Karl Friedrich Schinkel, Leiter der Baudeputation des Preußischen Königs, setzten sich nach einem Besuch in Dortmund im Dezember 1833 für den Erhalt der Marienkirche ein. 1881-82 und nochmals 1909 wurde die Marienkirche saniert und teilweise baulich angepasst. Am 6. November 1944 durchschlug eine Brandbombe das Dach. Die Innenausstattung, darunter die Orgel von 1520, wurde zerstört. 1948-57 wurde St. Marien wieder aufgebaut. Heute ist die romanische Südwand der Kirche die älteste erhaltene Mauer im Dortmunder Zentrum. Mehr zur Ev. Stadtkirche St. Marien erfahren Sie hier.

Die Ausstattung der Ev. Stadtkirche St. Marien

Zu den Schaustücken der Ausstattung von St. Marien gehört das Marienretabel von Conrad von Soest (1420). Es zeigt den Marientod in der Mitteltafel sowie die Geburt Christi und die Anbetung der Hl. Drei Könige auf den Flügeln. 1721 wurde es einem barocken Altaraufbau angepasst und dadurch stark beschnitten. Heute sind die Tafeln wieder als Triptychon montiert. Die feine Malerei und die prachtvollen Farben weisen eine hohe Qualität auf, die das Retabel zu einem der Hauptwerke der deutschen spätmittelalterlichen Malerei macht. Das sog. Berswordt-Retabel (um 1395) ist heute nördlich des Chors aufgestellt. Es zeigt die Kreuzigung in der Mitte sowie Kreuztragung und Abnahme Christi vom Kreuz auf den Flügeln. Der unbekannte Maler dürfte so wie Conrad von Soest auch mit franko-flämischen Stilelementen vertraut gewesen sein. Das Wappentier der Familie Berswordt, einen Eber, entdecken Sie auf dem Rahmen, der erst nachträglich hinzugemalt wurde. Erwähnenswert ist die Marienfigur (um 1230), die Sie in der Kirche entdecken können. Das Chorgestühl in St. Marien (1523) weist Ähnlichkeiten mit dem in St. Reinoldi auf.

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