Bis heute sind die Stadtkirchen

stadtbildprägende Orientierungspunkte

Ev. Stadtkirche Sankt Petri

Als die Reinoldigemeinde im Zuge des Bevölkerungswachstums zu klein wurde, gründete man um 1320 eine neue Pfarrei. 1322 begann man mit dem Bau von Sankt Petri im Westen der Stadt. Der Neubau wurde durch Stiftungen der Bürger und Bürgerinnen finanziert. So stiftete Elisabeth Berswordt 40 Mark für die neue Kirche. Bereits 1447 wurde die Kirche geweiht. Damit wurde Sankt Petri in rein gotischem Stil als Hallenkirche auf einem Westfälischen Quadrat mit vorgesetztem Turm im Westen und polygonalem Chor mit Vorjoch im Osten errichtet. An den Südeingang schloss sich ein spätgotisches Paradies an. Die Fertigstellung des Turms war um 1523 abgeschlossen und der hölzerne Turmhelm wurde aufgesetzt. Dieser war durch die Witterung immer wieder Schäden ausgesetzt. 1752 stürzte der Turm in das Dach. Die Innenausstattung mit Kanzel und Altar wurde dabei vollständig zerstört. Sankt Petri wurde barockisierend wieder aufgebaut. Anstatt der Giebel über den Seitenschiffen wurden die Seitenschiffe durch ein einheitliches Walmdach gedeckt. Das Gewölbe wurde flacher als zuvor wiederhergestellt. Im Inneren erhielt Sankt Petri Emporen und eine neue Kanzel. Am 23. Mai 1943 wurde Sankt Petri fast vollständig bei einem Luftangriff zerstört. Der Turm und Teile der Seitenschiffmauern blieben erhalten. Der Wiederaufbau unter der Leitung von Herwarth Schulte erfolgte von 1954-1966 nach mittelalterlichem Vorbild. 2023 wurde Sankt Petri von innen mit einem neuem Lichtkonzept umfassend saniert. Weitere Informationen zur Baugeschichte finden Sie hier.

Die Ausstattung der Ev. Stadtkirche Sankt Petri

Die Petrikirche birgt heute das sogenannte „Goldene Wunder“. Es handelt sich dabei um eines der bedeutendsten Kunstwerke aus der reichen mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt Dortmund. 1521 bestellten die Franziskaner das monumentale Altarwerk für ihre Kloster in der Handels- und Kunstmetropole Antwerpen. Der Klostervorsteher Ruitger Schipmann schloss am 20. Februar 1521 mit dem Bildschnitzer Jan Gillizoon Wrage einen Vertrag über Aufstellung und Lieferung des Werkes. Auf ihn und seine Werkstatt gehen die 633 vergoldeten Figuren zurück. Außerdem organisierte er die Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke. Der heute noch erhaltene Vertrag gibt außerdem Aufschluss darüber, dass u.a. der Maler Adrian von Overbeck bei Vertragsabschluss anwesend war. Ihm werden die Gemälde zugeschrieben. 646 Goldgulden haben die Franziskaner bezahlt. Das macht das Goldene Wunder zu einem der teuersten Altarwerke seiner Zeit. Das Altarretabel wird im Laufe des Jahres mehrfach gewandelt. Es zeigt im geschlossenen Zustand die Eucharistie, in der ersten Öffnung Gemälde mit den weiblichen Vorfahren Jesu und auf der Goldseite Szenen aus der Passion.
Die Termine, an denen der Altar gewandelt wird, finden Sie hier. 

Im Turm der Petrikirche sind die Kanzelfiguren der ehemaligen Kanzel von Sankt Petri zu sehen. Sie sind dem 18. Jahrhundert zuzuordnen. Während die Kanzel im Krieg zerstört wurde, haben sich die Figuren erhalten. Auch sie waren bis auf die Christusfigur während der Bombardierungen ausgelagert. Ausführliche Informationen zu den Kanzelfiguren sowie eine 3D-Rekonstruktion der ehemaligen Kanzel finden Sie in unserer App.